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"Schweizer Veranstalter formieren Widerstand!"
07.06.2010 - 04:42 von Al Müller
In der Schweiz blieb der Gerichtsentscheid vom 20. Mai natürlich auch übers Wochenende das dominierende Thema, sowohl in der Deutschschweiz als auch in der Romandie fanden Veranstaltertreffen statt, an denen auch Politiker und Anwälte zugegen waren. Zu den vorrangigen Themen gehören derzeit die Gründung eines Schweizer Poker-Verbands, das Bereitstellen schlüssiger Daten zur Unterstützung der These, bei Poker handle es sich eben doch um ein Geschicklichkeitsspiel, sowie die Prüfung sämtlicher juristisch gangbarer Wege. Auch aus dem Ausland treffen inzwischen unterstützende Voten ein. Der Präsident der International Federation of Poker (IFP), Buchautor Anthony Holden, hat den Bundesgerichtsentscheid scharf kritisiert: "This is yet another example of misguided poker thinking by courts and judges who simply do not understand the game – i.e. that poker is a 'mind-sport' of strategic skill far more than luck", war auf der IFP-Website zu lesen. Des weiteren führte er aus, dass Poker erst im April dieses Jahres von der International Mind Sports Association (IMSA) als mind sport anerkannt und damit auf eine Stufe mit Schach, Go und Bridge gestellt wurde.
Die einzelnen Veranstalter zeigten übers Wochenende höchst unterschiedliche Reaktionen auf das Verbot. Während die einen ihr Lokal zumachten, fanden an anderen Orten Turniere als "geschlossene Gesellschaft unter Freunden" statt, zahlreiche Locations hatten auch ganz normal geöffnet, teilweise sogar in Absprache mit den lokalen Behörden. Für einiges Aufsehen sorgte die Mitteilung des Swiss Poker Casinos in Siebnen (SZ), man werde künftig Freerolls um Coop-Gutscheine veranstalten, später wolle man die Gutscheine durch Bargeld ersetzen. Auch bei House of Poker in Arbon setzt man auf ein ähnliches Modell, wie Inhaber Remo Bischofberger im (leider passwortgeschützten) Artikel des St. Galler Tagblatts erklärte: "Neu bezahlen die Spieler bei uns einen Unkostenbeitrag und können anstelle von Geld Naturalien gewinnen." Die ESBK will sich die Freeroll-Modelle genau anschauen.
(Anmerkung: Der Beitrag wurde nachträglich editiert, die Meldung über ein Gerücht, wonach ein Pokerklub im Raum Bern von der Polizei geschlossen wurde aufgrund nicht ausreichender Faktenlage gelöscht.)
Quelle: Pokeraction.ch
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