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Poker-Schweiz erhält Unterstützung aus der Politik,
05.06.2010 - 22:24 von Al Müller


Tag 2 in der pokerfreien Schweiz – die Politiker treten auf den Plan. Wie der Blick berichtet, hat der St. Galler SVP-Nationalrat Lukas Reimann den Pokerspielern seine Unterstützung zugesichert. "Mehrere hunderttausend Leute spielen heute Poker", wird Reimann zitiert, "viele davon auch an Turnieren. Ich sehe nicht ein, warum wir sie alle kriminalisieren sollten." Es ist nicht das erste Mal, dass sich Reimann für das Pokerspiel in der Schweiz einsetzt. Vor drei Monaten stimmte der Nationalrat einer Motion Reimanns zu, die der 28-Jährige bereits 2008 eingereicht hatte. Zwar geht es darin um das private Pokerspiel unter Freunden – gegen das auch gar niemand etwas habe, wie Justizministerin Eveline-Widmer Schlumpf im März im Parlament entgegnete – aber offenbar gibt es die Möglichkeit, diese Motion nun etwas umzubauen. Sollte der Ständerat Reimanns Vorstoss in der Herbstsession ebenfalls zustimmen, kommt die Motion zum Bundesrat, der daraufhin einen Gesetzesentwurf ausarbeiten muss, der wiederum in die Rechtskommission des Nationalrates gelangt. In diesem Gremium sitzt Reimann, also könnte er seine Änderungsvorschläge – Pokern soll zum Geschicklichkeitsspiel erklärt werden – relativ einfach einfliessen lassen. Wir sind gespannt. (PokerAction hat Lukas Reimann im März interviewt, das Gespräch können Sie hier nachlesen)

Gar eine neue Motion wollen die Jungsozialisten – via SP-Nationalrätin Jacqueline Fehr – einreichen. JuSo-Präsident Cédric Wermuth wird in 20 Minuten mit den folgenden Worten zitiert: "Poker ist inzwischen zu einem echten Volkssport geworden. Ich verstehe nicht, warum man einmal mehr den Menschen das Vergnügen wegnehmen will." Die Motion fordert nun den Bundesrat auf, gesetzliche Anpassungen vorzunehmen, sodass Texas Hold’em offiziell als Geschicklichkeitsspiel gilt und auch ausserhalb von Casinos gespielt werden kann. Im Gegensatz zu Reimanns Motion, die bereits den Weg ins Parlament gefunden hat, dürfte der JuSo-Vorstoss allerdings erst im nächsten oder übernächsten Jahr in den Nationalrat gelangen.

Zum Abschluss unserer Berichterstattung zum Thema "Pokerverbot in der Schweiz" empfehlen wir noch den Kommentar des Tages-Anzeiger-Journalisten Constantin Seibt. Wer Fragen zur Weiterführung/Auflösung von Swiss Ranking, Swiss Poker Master Tour (SPMT) und Swiss Poker Masters (SPM) hat, liest am besten den neuen Blogeintrag von Rino Mathis, dort werden die wichtigsten Fragen beantwortet.


Quelle: Pokeraction.ch
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